Special: SAP S/4HANA

Die neue Generation der Business Suite

Mit SAP S/4HANA präsentierte SAP im Februar den nächsten großen Entwicklungsschritt in der mehr als 40-jährigen Unternehmensgeschichte. Die großen Veränderungen, die sich hinter SAP S/4HANA verbergen, sind für Technikfremde auf den ersten Blick nicht einfach zu erkennen. Ein Erklärungsversuch in verständlichen Worten:

Der Name SAP S/4HANA wird so interpretiert: Das „S“ am Anfang steht für „Simple“, also die Vereinfachung der gesamten Systemarchitektur, der Programmstruktur und des Datenmodells. Dies wirkt sich nicht nur auf die Berechnung von Ergebnissen und die Speicherung von Tabellen aus, sondern auch auf die Benutzeroberfläche. Denn durch die Einbindung der neuen Visualisierungstechnologie namens SAP Fiori werden dem Anwender vollkommen neue, vereinfachte und effektive Ansichten bereitgestellt. Die Ziffer in der Mitte kennzeichnet die inzwischen vierte Generation der weltweit erfolgreichen SAP Business Suite. HANA verdeutlicht schließlich, dass die neue SAP Business Suite ausschließlich auf die SAP-eigene In-Memory-Datenbank inklusive sämtlicher Innovationen setzt, und nicht wie ihre Vorgänger R/2 und R/3 auch auf Datenbanken anderer Hersteller.

Erzeugung und Nutzung von Daten heute
Aktuell verzeichnen wir massive, zeitgleich stattfindende Innovationssprünge in unterschiedlichen technologischen Bereichen. Als größter und wichtigster Aspekt ist das rasante Datenwachstum zu nennen. Allein in den beiden vergangenen Jahren wurden 90 % des heute existierenden Datenvolumens generiert. Diese riesige Datenmenge stellt nicht nur enorme Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Computer- und Speichersystemen, sie soll auch sinnvoll nutzbar gemacht werden. Dies geschieht zunehmend mittels des zweiten großen Aspekts, der mobilen Datennutzung. Heute werden weltweit bereits zirka 2,7 Mrd. Mobilgeräte, wie Smartphones und Tablet-Computer, eingesetzt. Jedes dieser Geräte verwendet Daten, die in kurzen Abständen abgerufen werden. E-Mail-Dienste und soziale Netzwerke beispielsweise sind auf dem Smartphone schon allgegenwärtig. Es werden Produktpreise, Wetter- und Börsendaten abgerufen, Spiele gespielt und Messaging-Dienste verwendet. Auch immer mehr Firmen verwenden Mobilgeräte, zum Beispiel für Vertriebs-, Logistik- oder Service-Aufgaben. Mobilgeräte erzeugen außerdem durch ihre GPS- und Internetverbindung Datenströme mit Nutzungs- und Bewegungsdaten. Diese Daten machen sich Unternehmen zunutze, indem sie die Daten auswerten und bedarfsgerechte Informationen zurück ans Mobilgerät liefern, wie beispielsweise das Wetter am Standort, Hotels in der Nähe oder die beste Zugverbindung. Unternehmen, die bereits schon mobile Lösungen wie SAP AR Service Technician einsetzen, können ihren Ingenieuren vor Ort Teilelisten, Wartungsanweisungen oder Serviceaufträge auf das Mobilgerät schicken. 

Der dritte große Aspekt ist das „Internet der Dinge“, das sich noch viel stärker als die Mobilgeräte an Datenwachstum und –nutzung beteiligen wird. Immer mehr „Dinge“, wie Geräte, Anlagen, Fahrzeuge und vieles mehr, sind bald in der Lage, Daten über ihren Zustand, ihren Standort oder ihre Umgebung an zentrale Stellen zu übermitteln. Auch hier müssen Unternehmen die gesammelten Daten verstehen und die richtigen Rückschlüsse treffen, um entsprechend handeln zu können. Dies könnte zu einem Teiletausch bei einer sich ankündigenden Maschinenstörung führen, oder auch Ampeln im Straßenverkehr intelligent schalten, um Verkehrsströme besser zu leiten. Das Anwendungsspektrum ist heute schon enorm.

Warum ist SAP S/4HANA bahnbrechend?
Alle oben geschilderten Aspekte haben gemeinsam, dass die Verfügbarkeit von schnellen und einfachen Antworten aus der riesigen Datenmenge immer wichtiger werden. Die dazu benötigte Infrastruktur ist kaum sichtbar, erfordert aber extrem leistungsfähige Komponenten. Die SAP HANA Plattform als Kernelement von SAP S/4HANA ist heute die leistungsfähigste In-Memory Datenbank am Markt. Sie kann Daten in Echtzeit bis zu 100.000-fach schneller bereitstellen als festplattengestützte Lösungen. Unternehmen mit Ambitionen im Internet der Dinge können somit ganz neue Geschäftsfelder entwickeln, die bis dato nicht möglich waren. Hinzu kommt, dass heutige Software-Anwender auch in ihrem geschäftlichen Umfeld am liebsten so arbeiten wie im privaten. Programme sollen einfach zu bedienen sein und vorgefertigte Antworten oder Vorschläge liefern. Abläufe sollen schneller und einfacher werden und nicht komplizierter. Wie eingangs erwähnt, steht das „S“ in SAP S/4HANA für „simple“ und damit für die massive Vereinfachung der Benutzeroberflächen, hin zu klaren, übersichtlichen Ansichten ohne Einschränkungen. Der Fokus wird heute zunehmend rollenbasiert und nicht wie früher rein funktional gesetzt. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Vertriebsleiter andere Ansichten und Eingabefelder angeboten bekommt als ein Verkäufer. Zugleich erhält er über dieselbe Ansicht aber auch Informationen aus anderen Bereichen, wie zum Beispiel Finanzkennzahlen. Beide, sowohl der Vertriebsleiter als auch der Verkäufer, nutzen den gleichen Datensatz. Ermöglicht wird dies durch die SAP Fiori-Technologie in SAP S/4HANA, die unter anderem auch Ansichten ermöglicht, die sich je nach Gerät automatisch anpassen. In SAP Simple Finance etwa, der ersten Fachanwendung für den Finanzbereich innerhalb von SAP S/4HANA, wurde mit dem sogenannten CFO-Dashboard eine solche Ansicht entwickelt, in der ohne Anwendungswechsel in Echtzeit von oberster Konzernebene bis zum einzelnen Buchungssatz navigiert werden kann. Diese Funktion verschafft Entscheidern ein Handlungsspektrum, das heute einmalig ist. Außerdem sind die durch SAP HANA ermöglichten verkürzten Abschlusszyklen am Monats-, Quartals- oder Jahresende sowie die umfassenden Analysemöglichkeiten so signifikant, dass SAP Simple Finance bereits eine große Zahl von Kunden überzeugt hat.

Das CFO-Dashboard in SAP Simple Finance

Vollintegrierte Geschäftsnetzwerke
Verbraucher sind heute gewohnt, Waren und Dienstleistungen über das Internet zu ordern und Sendungen online nachzuverfolgen. Der nächste große Schritt im professionellen Sektor sind die Geschäftsnetzwerke (Business Networks). Unternehmen vernetzen sich zunehmend miteinander und können so ihren Einkauf (Ariba), das Zeitarbeitsmanagement (Fieldglass) oder die Reisekostenabrechnungen (Concur) als flexible und integrierte Services mittels Internet-Technologie an die zentrale Unternehmenssteuerung anbinden. SAP hat die Bedeutung der Business Networks sehr früh erkannt. Allein auf dem seit 2010 zu SAP gehörenden Ariba-Netzwerk werden jährlich Transaktionen zwischen Firmen durchgeführt, die mit 700 Mrd. € größer sind als die Volumen von Amazon, Ebay und Alibaba zusammen. SAP S/4HANA integriert diese Netzwerke von der ersten Minute an und liefert somit einen wesentlichen Beitrag zur „Digital Economy“, der vernetzten Wirtschaft.

Die Summe macht den Unterschied
Wenn die geschilderten Aspekte miteinander in die richtige Beziehung gesetzt werden, wird deutlich, dass SAP mit SAP S/4HANA einen wirklichen Generationswechsel eingeläutet hat. In den nächsten Jahren wird SAP S/4HANA bei der Modernisierung der Weltwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, da bereits heute mehr als 74% der weltweiten Geschäftstransaktionen ein SAP-System berühren. Die fortschreitende Vernetzung der Wirtschaft, die Bereitstellung schneller und einfacher Ergebnisse auf Endgeräten jeglicher Art sowie die für alle Anwendungen extrem wichtige Leistungsfähigkeit der SAP HANA Plattform sind für SAP nachhaltige Erfolgsgaranten. Wir erwarten dadurch auch in Zukunft stabiles Wachstum und sichere Erträge.