Projekte und Lösungen

Smart Cities

Sensoren, Kameras, Videostreaming: Rio de Janeiro ist schon heute eine Vorzeigestadt in Sachen „Smart Cities“. Ziel ist es, schnell zu wissen, wo sich ein Unfall ereignet hat oder der Strom ausgefallen ist. Analysetools sind dafür unerlässlich. Lesen Sie, wie Rio de Janeiro (Rio) auf Basis der Sentiment-Analytics-Lösungen von SAP und SAP BusinessObjects BI ein intelligentes Städtemanagement implementiert hat.

Laut Wikipedia sind Smart Cities dadurch gekennzeichnet, dass sie Systeme und Sensoren sinnvoll einsetzen, um Informationen zu sammeln, mit deren Hilfe Probleme wie Verkehrsstaus gelöst werden können. Intelligent Cities machen dies ebenfalls, jedoch heben sie sich dadurch ab, dass sie alle Dimensionen der menschlichen, kollektiven und künstlichen Intelligenz in der Stadt miteinander verknüpfen.

Vor zwei Jahren richtete Rio de Janeiro eine Managementzentrale ein, die das Stadtmanagement revolutioniert. Hunderte von Kameras und zahllose Sensoren und Geräte die über die ganze Stadt verteilt sind und ihre Daten auf eine riesige Videowand streamen, machen Rio zur Smart City. Durch die Zusammenarbeit mit dem meteorologischen Institut und die Beobachtung des Geschehens auf groß projizierten Google-Karten wissen die Stadtmanager sofort, wenn sich irgendwo ein Zwischenfall ereignet, sei es ein Unfall, ein Stromausfall oder Starkregen. Somit können sie im Idealfall sogar schon im Vorfeld reagieren. Was Rio intelligent macht, ist die Art und Weise, in der Bürger und Behörden alle Arten von Informationen integrieren. Die sozialen Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Bürger sind aufgerufen, das Bürgerportal der Stadt Rio zu nutzen und sich mittels Facebook, Twitter, Instagram und YouTube in das Stadtmanagement einzubringen. Sie können nicht nur Informationen abrufen und sich über Verwaltungsabläufe informieren, sondern auch Wünsche oder Beschwerden äußern und so Einfluss darauf nehmen, wie die Stadt geführt wird.

Social-Media-Analysen können helfen
Sanjay Poonen, President der Technology Solutions and Mobile Division bei SAP, schildert in einem Blog-Beitrag seine Eindrücke von einem Besuch in Rio. „Alexandre Cardeman, der CIO der Managementzentrale, hat mir erzählt, dass sie während des diesjährigen Karnevals eine Häufung von Wörtern wie ,hässlich‘, ,eklig‘ und ,peinlich‘ in Tweets bemerkt haben. Als sie dann mit den Kameras auf die Orte zoomten, von denen aus die Nachrichten gesendet wurden, sahen sie, dass die erste Sambaschule beim Umzug viel Müll hinterlassen hatte. Die Stadtmanager benachrichtigten die Müllabfuhr, um die Straße zu reinigen, bevor die nächste Gruppe vorbeidefilierte.“

Mit der Unterstützung von Analysefunktionen wie den Sentiment-Analytics-Lösungen von SAP und SAP BusinessObjects BI und durch die Kooperation von Stadtverwaltung und Bürgern erreicht Rio ein besseres Stadtmanagement. Durch die Integration von Daten aus über 30 kommunalen, bundesstaatlichen und nationalen Behörden von Arbeitsämtern bis hin zum Gesundheitswesen profitiert Rio vom allseitigen Informationsaustausch. Während früher jede Behörde für sich arbeitete und wenig oder gar keinen Einblick in die Tätigkeit der anderen hatte, agieren die Behörden heute als eine große Einheit. Rio verdeutlicht sehr gut, warum Brasilien zu den vier Ländern gehört, die nach der Machine-to-Machine-Umfrage (M2M) von SAP in Kooperation mit Harris Research am besten zur Förderung von vernetzten, smarteren Städten gerüstet sind. Auf die Frage nach dem größten Vorteil von M2M-Technologie nannten über ein Drittel der weltweit 750 befragten IT-Entscheidungsträger die Fähigkeit, das Leben in der Stadt durch ein „smarteres“ Stadtmanagement zu verbessern.

Das ganze Wissen bündeln
„Die Zahl der ans Internet angeschlossenen Dinge wird bis 2020 auf 50 Milliarden steigen, und Verbraucher, die gleichzeitig Bürger sind, spielen bei dieser Transformation eine zentrale Rolle“, erklärt Poonen. „Heute wird M2M-Technik vor allem dazu genutzt, riesige Mengen von Daten zu sammeln, die von Maschinen und Menschen generiert werden. Das Konzept des Internet der Dinge geht noch einen Schritt weiter, indem es nicht nur Maschinen, Menschen, Enterprise-Resource-Planning-Systeme, Customer-Relationship-Management-Lösungen und soziale Netzwerke miteinander verknüpft, sondern all diese Daten auch analysiert und nutzt.“

Zu was schließlich sollen Daten nützlich sein, wenn sie nicht sinnvoll interpretiert werden? Die Innovationsfähigkeit und die Fähigkeit, mit Unwägbarkeiten umzugehen sind wichtige Maßstäbe der Intelligenz, weshalb eine der prägenden Eigenschaften einer intelligenten Stadt darin besteht, wie gut sie Daten für Prognosen nutzt. Durch analytische Werkzeuge können intelligente Städte bessere Vorhersagen treffen, die Entscheidungsfindung beschleunigen und die öffentliche Verwaltung verbessern. Indem sie ihr ganzes Wissen bündeln, können Städte wie Rio ihren Bürgern beispielsweise helfen, sich besser gegen die Unwägbarkeiten des Wetters in den Tropen zu wappnen, indem sie Frühwarnungen herausgeben und die Menschen in Sicherheit bringen, bevor Erdrutsche oder Überflutungen Menschenleben fordern.