Das Quartal

Vorwort Werner Brandt

Liebe Leserin, lieber Leser,

die SAP hat das beste dritte Quartal in ihrer Geschichte erzielt und ist zugleich das 11. Quartal in Folge zweistellig gewachsen: Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (SSRS-Erlöse) erhöhten sich um 19% (13% währungsbereinigt) auf 3,21 Mrd. €. Zugleich stieg der Softwareumsatz um 17% (12% währungsbereinigt) auf 1,03 Mrd. € und übertraf damit zum ersten Mal in einem dritten Quartal die Marke von 1 Mrd.€. Insbesondere die Regionen Amerika und Asien-Pazifik-Japan entwickelten sich sehr gut. Darüber hinaus verzeichneten unsere wichtigsten Innovationen – SAP HANA, die Cloud- und die mobilen Lösungen – dreistellige Wachstumsraten.

Betrachtet man beispielsweise unser Cloud-Geschäft, so stiegen die sogenannten Billings, also das durch Neugeschäft erzielte 12-Monats-Abrechnungsvolumen, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 116%. Mit der erfolgreich abgeschlossenen Übernahme von Ariba, dem führenden Anbieter cloudbasierter Handelsnetzwerke, stärken wir diesen Bereich weiter. Schon jetzt haben wir 17 Millionen Anwender in der Cloud – viermal mehr als die Nummer zwei im Markt. Besonders erfreulich ist zudem, dass unsere Cloud-Lösung SAP Business ByDesign das beste Quartal seit ihrem Markteintritt erzielte. Insgesamt sind wir damit auf sehr gutem Weg, im Jahr 2015 unser Umsatzziel von 2 Mrd.€ in der Cloud zu erreichen.

Bei einem Blick auf die Regionen zeigte Amerika im Jahresvergleich mit plus 37% (29% währungsbereinigt) ein starkes Softwarewachstum. Hervorzuheben ist dabei neben den USA die außergewöhnliche Entwicklung in Lateinamerika, wo vor allem Mexiko und Brasilien für das Wachstum ausschlaggebend waren. In der Region Asien-Pazifik-Japan legten die Softwareerlöse um 18% (11% währungsbereinigt) zu, angetrieben von Japan und China. Allein das Geschäft in China wuchs um mehr als 40% und ist damit, gemessen am Umsatz, nun unser sechstgrößter Markt. Die Region EMEA präsentierte sich in einem schwierigen ökonomischen Umfeld weitgehend stabil, was angesichts einer sehr starken Vergleichsbasis aus dem dritten Quartal 2011, in dem SAP in EMEA ein Plus von 23% erzielte, ein solides Ergebnis darstellt. Deutschland präsentierte sich sehr stark und wies erneut zweistellige Wachstumsraten aus.

Mit ihrem starken Umsatzwachstum im dritten Quartal konnte die SAP die Markterwartungen erneut übertreffen. Gleichzeitig beeinträchtigten jedoch unsere Investitionen in den Ausbau des Cloud-Geschäfts und die Einstellung neuer Mitarbeiter in den ersten neun Monaten unsere operative Marge. Diese ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,0 Prozentpunkte auf 31,2% zurück.

Im Vergleich zu unserem Non-IFRS-Betriebsergebnis, bei dem wir akquisitionsbedingte Aufwendungen, aktienbasierte Vergütung und nicht fortgeführte Geschäftsaktivitäten eliminieren, verzeichneten wir beim IFRS-Betriebsergebnis eine deutliche Differenz im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies ist auf eine Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem TomorrowNow-Rechtsstreit in Höhe von 723 Mio.€ im dritten Quartal des Vorjahres zurückzuführen. Somit waren das Betriebsergebnis nach IFRS und die operative Marge (IFRS) im dritten Quartal 2011 entsprechend höher ausgefallen.

Die erfolgreiche Akquisition von Ariba hat uns veranlasst, unseren Ausblick für die SSRS-Erlöse ohne Berücksichtigung der Wechselkurse im Gesamtjahr 2012 um 0,5 Prozentpunkte auf 10,5% bis 12,5% nach oben anzupassen. Unter der Annahme, dass sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht weiter verschlechtert, erwarten wir zudem das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.

Eine informative und unterhaltsame Lektüre wünscht Ihnen,

Ihr Werner Brandt
Finanzvorstand der SAP AG

(Alle Umsatz- und Ergebnisangaben Non-IFRS)