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Wie nahezu jeder Wirtschaftszweig ist auch die Zuckerbranche derzeit ein hart umkämpfter Markt. In der Vergangenheit hatte einer der führenden Zuckerproduzenten in den USA, Florida Crystals (FC), aufgrund diverser Akquisitionen zahlreiche nichtintegrierte Altsysteme im Einsatz. Dies führte bei dem komplexen Prozess der Zuckerherstellung an vielen Stellen zu Effizienzproblemen. Um im Wettbewerb die Nase vorn zu haben, verlässt sich FC daher auf SAP-Software. Lesen Sie selbst, wie die Endanwender durch SAP NetWeaver eine einheitliche Sicht auf alle IT-Systeme erhalten und so effektiver arbeiten können.

Es ist heiß im Süden Floridas. Die Luft flimmert über dem Asphalt, rechts und links der Straße erstrecken sich Zuckerrohrfelder soweit das Auge reicht. Am Horizont zeichnet sich die Silhouette einiger Industrieanlagen ab. Die Zuckerraffinerie von FC in Okeelanta am Lake Okeechobee, Florida, befindet sich mitten in der Everglade Agricultural Area (EAA), eineinhalb Stunden mit dem Auto von der Unternehmenszentrale in West Palm Beach entfernt. Inmitten dieser fruchtbaren Erde bewirtschaftet FC rund 187.000 Morgen Land. Mehr als sieben Millionen Tonnen Zucker weltweit werden von 5.500 Mitarbeitern in eigenen Niederlassungen und Partnerfirmen jährlich erzeugt. In zwei Zuckermühlen und einer Raffinerie wird das Zuckerrohr zu den verschiedensten Zuckerprodukten verarbeitet – neben traditionellen Sorten wie unbehandeltem oder Demerara-Zucker stellt das Unternehmen als einziger US-Produzent auch Bio-Zucker her.

Ohne eine moderne IT-Infrastruktur lässt sich das komplexe System der Zuckerproduktion kaum bewältigen. Daher entschieden sich die Verantwortlichen schon früh, die betriebswirtschaftliche Software von SAP zu installieren. Unter anderem setzt das Unternehmen SAP ERP, SAP CRM, SAP NetWeaver Portal und Business Intelligence sowie den SAP Solution Manager ein. Herr über diese Lösungen ist Don Whittington. „Unsere SAP-Anwendung bildet das Rückgrat für den gesamten Geschäftsbetrieb und die Investition hat sich wirklich bezahlt gemacht“, betont der Vice President and CIO. Die Flexibilität und Skalierbarkeit der Software habe die Wachstums- und Akquisitionsstrategie des Unternehmens bis dato perfekt unterstützt. So wurde beispielsweise mit der SAP-NetWeaver-Plattform die vielen nicht-integrierten Altsysteme der übernommen Firmen abgelöst. „Die Endanwender erhalten durch SAP NetWeaver eine einheitliche Sicht auf alle unsere IT-Systeme. Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, wo die Daten herkommen, sondern können sie nutzen, um effektiv zu arbeiten“, erklärt der CIO. Zudem könne FC schnell auf Marktveränderungen reagieren und sei in der Lage, Geschäftsprozesse kontinuierlich zu verbessern.

So auch in der Okeelanta-Raffinerie. In den Mühlen wird der Saft aus dem Zuckerrohr gepresst, dieser wird in sogenannten Absetzern von Schwebestoffen gereinigt; danach erfolgt die Filtration, bei der der Zuckersaft sterilisiert wird, und die Evaporation, bei der dem Saft das Wasser entzogen wird – zurück bleibt ein süßer, goldfarbener Sirup. Im nächsten Schritt erfolgt das Kristallisieren desZuckers und schließlich wird in speziellen Zentrifugen die Lauge vom Zucker getrennt, gewaschen und getrocknet. Der gesamte Prozess läuft automatisch ab. Zwei Mitarbeiter kontrollieren am Computer die hochautomatisierte Raffinerie. Der Status der einzelnen Mühlen und Zentrifugen kann genauso abgerufen werden wie Workflow-Diagramme. Fehler lassen sich meist auf elektronischem Weg korrigieren. Im überdimensionalen Lagerhaus können mehr als 180.000 Tonnen Rohrzucker gelagert werden. Die Zuckerberge erinnern an Sanddünen; ein zum Gebäude passender, riesiger Radlader verteilt den Zuckernachschub, der stetig über ein Fließband aus der Raffinerie angeliefert wird. Im Verpackungs und Versandzentrum, in dem die süßen Körner in allen möglichen Größen und Verpackungen eingetütet werden – vom 30-Gramm Päckchen über 1,5 Liter Plastikkanister bis hin zu 1.000-Kilo-Säcken.

Energie aus Biomasse
FC betreibt obendrein das größte Biomassekraftwerk Nordamerikas und eines der größten weltweit. Zuckerrohr ist sehr energieeffizient, und so werden nicht nur seine, die eigenen, Produktionsstätten mit dieser umweltfreundlichen Energie versorgt, sondern auch fast 60.000 Haushalte in der Umgebung. Die CO2-Emissionen des Unternehmens werden so beträchtlich reduziert und es fällt weniger Müll auf den Deponien an. Im technischen Beirat der University of Florida sitzend, unterstützt FC darüber hinaus die Hochschule dabei, die wirtschaftliche Machbarkeit von Benzinersatzstoffen zu bewerten, die aus Zuckerrohrabfällen gewonnen werden. Eine Folge dieses nachhaltigen Wirtschaftens ist es, dass die Zuckerprodukte von FC von der US-amerikanischen Organization Carbonfund.org als CO2-frei zertifiziert worden sind. Nachhaltigkeit steht bei FC hoch im Kurs und hier sollen ebenfalls Lösungen wie SAP EHS (Environmental, Health and Safety) aus dem SAP-Portfolio helfen, die selbstgesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.