SAP Mobile

Gebündelte Stärken

„Die Bündelung von Stärken, von der Anwender in ganz neuer Weise profitieren“ – so beschreibt John Chen, Chairman und CEO von Sybase, die gemeinsame Marktstrategie von SAP und Sybase. Fast ein Jahr nach dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen erzählt uns Chen, wie er die Ergebnisse der Übernahme und die weiteren Aussichten für Sybase einschätzt.

Mobile Lösungen sind als neue Technologie zurzeit in aller Munde. Was bedeutet dieser Trend, der ja zunächst von den Privatanwendern ausging, für Unternehmen?

Ich glaube, dass wir erst ganz am Anfang einer großen Revolution stehen. Bei mobilen Anwendungen haben wir heute das gleiche Phänomen wie in der Anfangszeit von Client-Server-Architekturen. Mobile Geräte sind der neue Desktop. Man hat heute seinen Arbeitsplatz quasi immer bei sich. Durch diese Mobilität kann man nun in Echtzeit mit Kunden agieren, was zum Beispiel für Analysen und Auswertungen sehr interessant ist. Diese Funktionen waren bisher nicht erschwinglich oder gar nicht möglich. Hier liegen wirklich riesige Chancen.

Wie würden Sie die gemeinsame Strategie von SAP und Sybase für mobile Lösungen beschreiben?

Wir sind die Nummer eins bei mobilen Unternehmenslösungen. Wir ermöglichen Unternehmen, mobile Geräte sicher und durchgängig zu steuern – und zwar über Afaria, unserer Lösung für das Management von Mobilgeräten. Außerdem unterstützen wir die Entwicklung mobiler Anwendungen und deren Einsatz über unsere leistungsstarke Sybase Unwired Platform. Die Plattform unterstützt Entwickler und Benutzer auf allen wichtigen Mobilgeräten und Betriebssystemen wie iOS, BlackBerry, Android, Windows Mobile, Symbian und künftig auch Palm-Geräte. Wir sind auch der führende Anbieter mobiler Apps. Dazu zählen komplexe Anwendungen mit zahlreichen Funktionen, wie auch solche, die schnell und direkt einen Mehrwert bieten. Wir entwickeln bei SAP selbst Anwendungen, helfen aber auch der Branche mittels der Sybase Unwired Platform, ihre eigenen Anwendungen zu erstellen. Darüber hinaus werden über unsere Infrastruktur täglich 1,5 Milliarden SMS- und MMS-Nachrichten verarbeitet. Wir erreichen 5,2 Milliarden mobile Anwender, das sind 96 Prozent der mobilen Nutzer weltweit. Warum ist das so wichtig? Weil diese Messaging-Plattform ein Grundbaustein für mobilen Handel ist. Über unsere mobilen Dienste können Unternehmen nahtlos mit Kunden kommunizieren, ihre Produkte vermarkten und Transaktionen durchführen. Wir haben weltweit zahlreiche Anwendungsbeispiele, bei denen diese kommerziellen Dienste in den Bereichen Banking, Überweisungen und Zahlungsabwicklung auf eine immer größere Resonanz stoßen.

Der zweite Trend und mittlerweile ein wichtiges Thema ist Business Intelligence auf mobilen Geräten.

Über analytische Funktionen kann in Echtzeit auf veränderte Geschäftsbedingungen reagiert werden. Dabei geht es um mehr, als nur um schön aufbereitete Berichte. Diese machen vielleicht 10 Prozent aus. Viel wichtiger sind Werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung, die Informationen in Echtzeit liefern. Mit analytischen Funktionen können Benutzer sofort Trends ermitteln, unmittelbar Feedback erhalten und auf ihren Mobilgeräten benachrichtigt werden, damit sie entsprechend handeln – unabhängig von Zeitpunkt und Ort.

Wie entwickelt sich das Datenbankgeschäft von Sybase im SAP-Kontext?

Unser Datenbankgeschäft für die SAP wird 2012 eine große Bereicherung sein. Die analytischen Datenbanken von Sybase sind in der Lage, SAP HANA zu ergänzen und abzurunden, und eröffnen damit noch schnellere Einblicke. Zusätzlich arbeiten wir daran, Sybase IQ und das SAP-BusinessObjects-Portfolio enger zu verknüpfen. Im nächsten Jahr wird dies noch wichtiger werden.

Wie schätzen Sie den Mittelstandsmarkt ein?

Es gibt viele Gründe, warum kleine und mittlere Unternehmen mobile Anwendungen nutzen werden. Erstens: Die Anschaffungskosten für mobile Lösungen sind erschwinglich. Zweitens: Über mobile Anwendungen lassen sich Kunden am besten ansprechen. Und drittens sind diese Anwendungen nicht zwingend an Backend-Infrastrukturen gebunden. Unsere Angebote erlauben es, klein anzufangen und dann bei Bedarf aufzustocken. Die Lösungen wachsen mit. Damit helfen wir Unternehmen, noch näher an ihre Kunden zu rücken. Und genau das möchten alle, kleine wie große.

Was sind Ihre weiteren Ziele für Sybase?

Viele Übernahmen von Technologieunternehmen scheitern kläglich oder halten zumindest nicht, was sie versprechen. Nicht in unserem Fall. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Mein Ziel ist, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Wir müssen die Stärken von SAP und Sybase ausspielen und erstklassige Produkte auf den Markt bringen. Dabei wird Sybase aber seine eigene Energie und Dynamik beibehalten.